Probetexte

Um Ihnen einen kostenlosen Einblick in Joschas aktuellen Schreibstil für Kurzgeschichten zu geben, sind hier ein paar sehr unterschiedliche zur Verfügung gestellt. Teilweise handelt es sich dabei um echte Texte aus vergangenen Aufträgen, bei denen lediglich die Namen der Charaktere verändert wurden. Manche Geschichten sind aber auch in völlig anderen Zusammenhängen entstanden und dienen hier lediglich dazu, einen Einblick in mögliche Arten der Textgestaltung und des Schreibstils des Autors zu geben.

Viel Spaß beim Lesen!

Zielgruppe: Kinder/Familien

Zielgruppe: Jugendliche/Erwachsene


Die Kurzgeschichten haben Ihnen gefallen? Sie haben Interesse an einer ganz persönlich für Sie verfassten und in allen Detaills beeinflussbaren Kurzgeschichte? Dann denken Sie doch mal über eine personalisierte Kurzgeschichte nach!

Maja und der mysteriöse Ball-Klau

(oder auch: Geschossen und verschwunden)

Maja stand mit ihren Mitspielerinnen Anja und Ben auf dem Platz und starrte aufs Tor. Auch Anja starrte aufs Tor. Und Ben. Alle starrten sie aufs Tor.
»Das kann doch nicht sein!«, sagte Anja.
»Warte«, sagte Ben. »Lass uns noch einmal ganz von vorne gucken und überlegen, wie es bloß dazu gekommen sein konnte.«
Damit waren die anderen einverstanden. Die drei Freunde setzten sich auf das Gras und begannen, noch einmal das Vergangene Revue passieren zu lassen.

»Also«, sagte Maja. »Wir haben gespielt.«
»Und dann hast du geschossen«, sagte Anja.
»Ja. Und dann …«
Alle hielten kurz inne.
Ben brach die Ruhe: »Ja, dann war der Ball weg.«
»Hmmm«, machte Maja. »Hmm«, machte Anja.

Wie konnte das denn bloß passiert sein? Da hatten die Freunde einfach nur ein bisschen mit dem Ball spielen wollen … und dann ist der einfach verschwunden! Aus dem nichts – ins Nichts!
Den Kindern war klar: Irgendwas war hier faul. Irgendwas konnte doch hier nicht stimmen.
»So ein Ball verschwindet doch nicht so einfach!«, wusste Ben.
Da stimmten ihm die anderen zu. Und trotzdem wussten sie nicht weiter. Aber sie wussten: »Der Ball muss wieder her!«
»Ganz unbedingt muss der Ball wieder her!«, bestätigte Maja. »Ihr wisst doch, dass der Timon gehört!«
Timon war Majas Bruder. Er war ein paar Jahre älter als die Freunde und konnte sich mit seinem eigenen Taschengeld bessere Bälle kaufen. Gelegentlich lieh Maja sich seinen Ball aus, um mit ihren Freunden spielen zu können.

Auf einmal entdeckte Maja etwas: »Guckt mal, da drüben!«, wisperte sie ihren Freunden zu.
Ruckartig drehten sich Anja und Ben um.
»Wo?!«, riefen sie überrascht.
Maja schlug sich mit der Hand gegen die Stirn. »Seit doch mal vorsichtiger!«

Wie man in so einer Situation zu handeln hat, wusste Maja. Das hatte sie letztens in einem Buch gelesen. Da waren sie auch einem Verbrecher auf die Sprünge gegangen. So einem richtigen Ganoven!
Das wollte Maja jetzt auch. Und ihre tollpatschigen Freunde sollten das bloß nicht vermasseln.
»Kommt mit«, flüsterte sie, »und seit bitte vorsichtig!«

Langsam standen die Drei auf und gingen in die Ecke, aus der Maja etwas gesehen hatte. Auf eine kleine Hütte zu, unweit hinter dem Bolzplatz.
Da war sie wieder! Eine graue Gestalt! Vorsichtig hatte sie hinter der Hütte hervorgelugt. Und dabei direkt Maja und ihren Freunden in die Augen geblickt.
Augenblicklich rannte die Gestalt weg. Und die drei Freunde hinterher.
»Hinterher!«, rief Maja.
»Hinterher!«, riefen ihre Mitspieler.

Die drei Fußballer gaben alles und setzen zum Vollsprint an. Hinter der Gestalt her, die möglicherweise etwas mit dem mysteriösen Verschwinden des Balls zu tun gehabt hatte.
Die Gestalt rannte, aber die anderen waren schneller. Mit geballten Kräften traten sie ihr in die Kniekehlen. Die Gestalt stolperte – und fiel hin.
Jetzt konnten die Freunde den Unbekannten genau mustern. Er trug ein schwarzes Sweatshirt, eine dunkle Hose und eine schwarze Mütze, die tief übers Gesicht gezogen war. Um die Augen waren Löcher geschnitten. In den Armen hielt die Personen einen Ball. Majas Ball.

Ben zog der Gestalt die Mütze ab. »Wollen wir doch mal herausfinden, wer hinter dem dreisten Ballklau steht!«, rief er triumphierend.
Plötzliche hielten sie inne. Die drei machten große Augen.
»DU!?«, fragte Maja.
»Du?«, fragten die beiden anderen.
Sie konnten es kaum fassen. Der mysteriöse Ball-Dieb war niemand geringeres als – als Timon, Majas Bruder!
»Was machst du denn hier?«, fragte Maja. »Und warum lässt du unseren Ball verschwinden?«, fragte Anja. Jetzt war Timon den Drei eine Erklärung schuldig. Doch vorerst konnte er nichts sagen. Er war noch zu sehr außer Atem von der holprigen Flucht.
»Du … du«, haspelte Timon, »du nimmst dir immer meinen Ball!« Er stockte kurz. »Ohne mich zu fragen!«
Noch immer prustete Timon nach Luft. Sie waren einfach so schnell gerannt. Die anderen waren besser in Form – sie trainierten schließlich häufiger. Aber dass Timon einfach den Ball geklaut hatte, das konnte keiner fassen.

»Ja, aber, aber ich dachte, du hättest nix dagegen, dass ich deinen Ball ausleihe«, erwiderte Maja verwundert.
»Du hättest mich doch wenigstens mal fragen können! Ich wollte euch jetzt einfach mal einen auswischen. Als Rache!«
Maja schüttelte den Kopf. Damit hätte sie niemals gerechnet. Aber irgendwo hatte ihr Bruder ja recht – vielleicht hätte sie ihn wirklich besser fragen sollen?

»Weißt du was?«, fragte Ben schlichtend. »Hast du vielleicht Lust, einfach ein bisschen mit uns zu spielen?«
Damit war Timon einverstanden.
Irgendwie hatte das Ganze ja dann doch noch ein gutes Ende genommen – zum Glück.


Von Joscha F. Westerkamp


Das war dem Autor vorgegeben: Die Kinder mit gegebenen Namen spielen gerne Fußball und mögen leichte Abenteuergeschichten.

Oma und ihr Zauber-Koch-Mich-Topf

Oma Berta steht am Herd und rührt in ihrem Zauber-Koch-Mich-Topf. Es qualmt. Es brodelt. Es blubbert und es – es riecht sooo gut!

Der kleine Benni steht hinter der Oma und schaut ihr über die Schulter. Also natürlich nur so weit, wie der kleine Benni herübergucken kann. Benni ist nämlich noch nicht so groß. Aber Benni ist clever: Er hat sich auf einen Stuhl gestellt, um in Omas Zauber-Koch-Mich-Topf gucken zu können.
Er sieht immer noch nichts. Benni stellt sich auf die Zehenspitzen.
»Dass du mir bloß nicht runterfällst!«, mahnt die Oma. Da muss die Oma sich keine Sorgen machen, weiß Benni. Schließlich ist er schon sieben.
»Und Siebenjährige fallen nicht mehr von Stühlen!«, sagt er.

Oma Berta hat aufgehört zu rühren. Ein ganz besonderer Duft erfüllt den Raum. Es riecht sooo lecker.
Hoffentlich schmeckt das auch so gut, denkt der kleine Benni.
Oma stellt ihren Zauber-Koch-Mich-Topf auf den Tisch und tut dem Benni eine große Portion auf seinen Teller.
Soviel wird er doch niemals essen können, denkt der kleine Benni. Aber er sagt nichts. Weil die Oma sich so viel Mühe gemacht hat. Und weil es doch soooo gut riecht.

Benni nimmt einen kleinen Happen, steckt sich den Löffel in den Mund – nein, schnell wieder zurück. Das ist viel zu heiß.
Benni pustet kräftig.
Die Oma guckt ihn böse an. Wo doch gerade Corona herumgeht. Da soll der Benni nicht über den Tisch pusten.
Eigentlich darf Benni gar nicht bei der Oma sein, hat die Mama gesagt, aber sie haben keinen anderen gefunden, der auf den kleinen Benni aufpassen kann. Und der kleine Benni ist doch so gerne bei der Oma. Weil die Oma doch ihren Zauber-Koch-Mich-Topf hat. Also darf Benni bei der Oma sein.

Nachdem Benni kurz gewartet hat, nimmt er einen Happen.
Es ist, also wäre er in einer anderen Welt. Auf seinem Gaumen ergeben sich alle möglichen Geschmäcker. Benni stellt sich vor, wie er durch das All fliegt, nur er, mit der Oma und ihrem Zauber-Koch-Mich-Topf. Ein paar Katzen fliegen da auch rum.Die haben bestimmt auch schon mal was aus Oma Zauber-Koch-Mich-Topf gegessen, glaubt Benni.

»Wie das bloß ausgeht?«, fragt sich Benni – und nimmt schnell einen weiteren Löffel aus Omas Zauber-Koch-Mich-Topf.


Von Joscha F. Westerkamp


Das war dem Autor vorgegeben: Es sollte eine altersgerechte Fantansiegeschichte werden, in der Benni und Oma Berta vorkommen. Die Geschichte durfte gerne in der aktuellen Zeit spielen.

Ein Tag in der Stadt

Drei Köpfe bahnen sich ihren Weg durch das Wirrwarr an großen und mittelgroßen Menschen. Hier und da wird gebaut, die Leute habens eilig, aus einem fernen Gullydeckel dröhnt das dumpfe »Kikkeriikii« eines Hahns. Großstadtluft, wenn auch die vertraute. Einkaufstüten schieben sich vorbei an anderer Leute Knie, alle sind doch viel zu getrieben für diese schöne Stadt. Links ein Tchibo, H&M und Nanu-Nana, rechts ein Optiker, ein Karstadt Sport, und – huch, was ist denn da?
Die drei Köpfe bleiben stehen, bei Alex, Emily und Ken (wie sie heißen), fängt der Kleinste an, an Papas Hand zu reißen. Er hat etwas vernommen, schnuppert in die Luft: schnüffel, schnüffel, was ein Duft! Schiebt sich da etwa, zwischen all dem hektischen Großstadt-Flair, der Duft eines leckeren Frühstücks her?
Ken spürt es, für Leckeres hat er einen Fühler, ganz gewiss; ein Happs Brötchen, der schmeckt ihm, schon beim ersten Biss. Er weiß schon, was er will, nur die Großen lassen noch kurz auf sich warten. Doch jetzt haben auch Papa und Mama es gesehen, das kleine Café, gleich rechts: na los, nur rein!
Frühstück steht da auf der Karte, Servietten liegen auf den Tischen, alles eingedeckt, ganz fein. Frische Croissants soll es hier geben, von Brot und Brötchen allerlei; Kaffee, Tee, Milch und Honig – und ein Tisch ist auch noch frei. Die Familie setzt sich, lässt sich’s schmecken, Erinnerungen an ganz vergessene Geschmäcker, die lässt das Frühstück von Creamlovers bei ihnen wecken.

Aufgegessen gehts schon weiter: durch die Stadt, jetzt sind sie heiter.
Auf so ein Frühstück muss was Gutes folgen; die Magie bloß nicht zum Stoppen bringen – doch siehe da, schon hören sie, von irgendwo unweit fern, ein paar Straßenmusikanten klingen. Ein paar spielen Gitarre, singen oder musizieren auf der Flöte, andere sind mehr aufs Geld aus, spielen bloß die laute Tröte.
So schlendern die drei – links der Papa, rechts die Mama, mitten drin der kleine Ken – gemütlich umher; wieder vorbei an Nanu-Nana, einem Handyladen, H&M. Ladenbesuche sind jetzt angesagt, ein bisschen Bummeln; keiner da, der sie hetzt – bis der kleine Ken, ganz plötzlich, fragt: »Mama, Papa, und was machen wir jetzt?«
Kurze Stille, ratloses Blicken. Alex und Emily zwinkern sich zu, beginnen zu nicken: Da gibt es etwas, was sie schon immer mal wollten!

Gerade erst Platz genommen, ohne großes Gezeter, macht es schon »Ruckel, ruckel, rumms«, nur wenig später. Eine Apokalypse? Wohl kaum; eher das Sofa im Universum-Erdbebenraum.
Das Sofa verlassen, ab zur nächsten Attraktion, geht auf einmal das Licht aus. Der Laden geschlossen, schon? Nur am Ausgang ein helles Gefunkel, in den Gang hinein ist es pechschwarz, mehr als dunkel. Papa tastet ganz vorsichtig, Mama hinterher; sie spüren ein Waschbecken, eine Tür, und unten … auf jeden Fall noch mehr. Am Ende angekommen, voll Angst und Mut, alle Hindernisse überwunden: wieder was zu sehen, das täte gut. Und siehe da, die große Rettung: Es werde Licht! Es war ja nur ein Erlebnis-Dunkelgang, mehr nicht.
Nur wenig weiter rollen Kugeln eine große Bahn herunter, mittendrin der kleine Ken, jetzt ganz munter: »Los, los!«, ruft er zur Mama – dieser Tag im Universum, »der ist ja echt der Hammer!«


Von Joscha F. Westerkamp


Das war dem Autor vorgegeben: Diese reale Familie mit bestehendem Namen und Alter möchte einen Tag in Bremen verbringen. Dort sollen sie unter anderem bei Creamlovers frühstücken, durch die Innenstadt schlendern und schließlich das Universum besuchen.
Die Kurzgeschichte sollte Rahmen für einen besonderen Geschenk-Gutschein sein, der eben diese Aktivitäten beinhaltet.

Höchststrafe, Aktivisten

»Guten Appetit«, sagt Igel und nimmt Peters Messer entgegen. Ich nicke, dann drehen wir uns um und gehen.
»Wir kommen wieder.«
Und jetzt nach draußen an die frische Luft. Dieser Geruch beißt mich noch immer, so ganz weg ist das Rot vor meinen Augen auch nicht. Das Kaninchen sowieso. Draußen guckt mich Peter an. Ich sage: »Ja.«
»Gut.«
Wir packen das Päckchen in meinen Rucksack und kreuzen die Straße. Einen Feldweg lang, dann bleibt Peter stehen. Ich habe es auch gehört. Schockstarre; Blick auf meinen Arm … fuck, das geht so nicht! Ich kremple meinen Ärmel noch ein bisschen weiter hoch und wühle durch den Schneehaufen neben mir. Hoffnungslos. Das Blut geht nicht ab. Und die Sirenen kommen immer näher. »Scheiß DNA-Test«, sage ich, hebe eine Scherbe vom Straßenrand auf und schlitze mir in den Unterarm. Es brennt, natürlich, höllisch, aber jetzt sind die alten Flecken nicht mehr zu erkennen.
Sollen sie doch kommen, die Bullen. Und natürlich kommen sie auch, halten an, gucken dumm, DNA-Test, noch mal Glück gehabt. Verband? Nein, danke.
Die Sirene entfernt sich, unser Haus kommt näher, ich gehe nach hinten, Peter holt den Sparten. Dann beginnen wir zu buddeln. Je tiefer wir kommen, umso mehr sticht mein Arm. Ich lasse den Rucksack auf den Boden fallen, Peter macht den Rest. Loch immer tiefer; Päckchen öffnen, Kaninchen ins Loch. Erde drauf. Ich trete sie fest und schiebe ein paar Blätter auf die frische Erde. Gras drüber wachsen lassen. Dann nicken wir, wieder.

Ich wache auf. Der Geruch, die Dunkelheit, das Messer, die Kaninchen, das Blut, das Päckchen, Igel. Alles ist so verdammt nah vor meinen Augen. Das muss endlich vorbei sein. Das muss. Ich blicke auf mein Handy; Peter. »Verdammt, ich kann das nicht mehr«, sage ich. »Keine drei Male mehr, keine zwei Male, kein einziges Mal. – Verdammt, ich weiß auch, dass wir noch nicht genügt Infos haben.«
Ich wische den Schweiß von meinen Schläfen, damit er nicht noch weiter in die Wunde tropft.
»Okay. Morgen. 9 Uhr«, sagt Peter. Und legt auf.
Die letzten fünf Stunden Schlaf werde ich brauchen. Aber ich gehe nach unten, gucke mir ein letztes Mal den Zeitungsartikel an. Wieder kocht die Wut in mir hoch. Wie bloß etwas so Gutes so hatte schiefgehen können …
Morgen wird es vorbei sein, gewiss. Morgen wird das erreicht sein, wofür alle Bullen zu blind und alle Politiker zu dumm gewesen waren. Morgen wird Igel seine Stacheln für immer eingefahren haben. Morgen wird Frieden sein. Für alle Male. Für alle Menschen. Und Tiere.

Die Türklingel schreit mich aus dem Schlaf. Ich werfe mich in meine Klamotten, mein Arm sticht schon wieder, ich hole Peter rein. Wir gehen in den Keller, schließen die Türen, stellen alles aus, womit man uns abhören könnte. Kurze letzte Besprechung; Peter nickt, ich nicke, wir packen unsere Tasche.
»Die anderen sind soweit?«
»Die anderen sind soweit.«
Ich werfe einen letzten Blick auf den Zeitungsartikel.

Kaninchen. Abartiger Geruch. Schreie. Sirenen. Messer. Blut. Menschenblut.
Kaninchenblut.
Wo zum Fick ist Igel? Es ist so verdammt dunkel hier. Wir hätten die Gänge doch noch einmal mehr sehen müssen. Ein weiteres Kaninchen opfern, eine weitere Bullenkontrolle überstehen, einen weiteren DNA-Test manipulieren. Ein weiteres Mal all diese verfickte Scheiße eingehen, um an die internen Infos zu kommen. Das zu tun, was BND und LKA egal zu sein scheint. Einmal alles mit den anderen absprechen, scheiß auf Abhörgefahr. Dann wären wir auf der sicheren Seite gewesen.
»PETER!«


Ich wache auf. Irgendwer hat den Zeitungsartikel, der mir so viel Hoffnung geben hatte, auf das Bett neben mir gelegt.
»Vegetarismus ab erstem Januar Pflicht. Ministerium setzt Höchststrafe auf Fleischproduktion. Polizei verzweifelt an Suche nach geheimen Kaninchen-Selbstbedienungsdealer.«
Ich schiebe ihn weg. Das war’s dann wohl. Aus.
Dann entdecke ich einen zweiten, neuen darunter.
»Tieraktivist bei langgeplanter Fleischdealer-Aufdeckaktion ums Leben gekommen. Circa zehn weitere Beteiligte schwer verletzt. Hauptdealer verschwunden. Geheime Fleisch-Netzwerke wohl größer als angenommen. Illegalitätsraten seit Vegetarismus-Pflicht nahezu verdoppelt. Ministerium plant, Pflicht per Eilbeschluss zu kippen.«

Ich hasse dich, Igel.


Von Joscha F. Westerkamp


Das war dem Autor vorgegeben: Die Geschichte solte eine Dystopie werden, die das Leben nach einem sehr außergewöhnlichen und verändernden Ereignis zeigt. Die Art des Ereignisses und aus welcher Seite es beleuchtet wird, war dabei offen.

Monitor 2

Ich drücke diesen »Gespräch aufzeichnen«-Knopf da unten links. Interviewbeginn. Er lächelt. Ich lächle. Blick auf meinen zweiten Bildschirm – Acer, 2K, hatten wir noch im Keller stehen – dann die erste Frage.
So ein Standard-Gespräch.

Nebenbei erzählt er mir von seinem Afghanistan-Trip letzten Monat. Er habe da Kinder in einer Straßenakrobatikgruppe trainiert. »Die hatten richtige Ausnahmetalente«, sagt er, »unfassbar. Die beste von ihnen, wenn die bei uns in Deutschland trainieren könnte. Wie heftig sie dann einfach würde!«
Ich tippe eine Frage in meinen ersten Monitor. Antwort: Ehrenamt – natürlich.
Er redet weiter von Afghanistan: Wie falsch dieses Land doch in den Medien dargestellt würde, wie nett die Leute doch eigentlich seien.
Ich: stimme ihm zu. Finde es beeindruckend. Würde auch gerne Kinder in Afghanistan trainieren, Akrobatik können. Frage mich vor allem: Wie konnte er bloß reisen zu so einer Zeit?

November 2020. Die Medien titeln noch Lockdown-Light – ein Witz. »Macht die Schulen dicht!«
Sagt zumindest der Leitartikel unserer aktuellen Schülerzeitungsausgabe. Keine Ahnung, wer beschlossen hat, den wichtiger als mein Interview mit diesem weltoffenen, hilfsbereiten Akrobaten zu sehen. Aber da steht er nun mal, und irgendwie sehen wir es ja genauso.
Unsere Schülerzeitungstreffs sind sowieso gerade immer eine heikle Sache. Wenn wir nach einem Raum fragen, müssen wir jetzt nicht nur bestätigen, dass wir die Computer vorsichtig behandeln, die Tür schließen, die Smartboards nicht anstellen, die Computer am Ende herunterfahren – wir müssen jetzt Masken tragen und Mindestabstand halten und Fenster öffnen und Computertastaturen desinfizieren.
Ätzend. Aber was soll man machen?
Geht ja jedem so.

Ich blicke wieder auf meinen zweiten Bildschirm. Mein Interviewpartner erzählt immer noch von Afghanistan. Dass das Niveau so wahnsinnig hoch gewesen sei unter den Akrobaten. Dass sie sich da alle so gefreut hätten über ihn, ihren Gasttrainer.
Dass sie da ja auch sich alle so schön nah gekommen seien mit der Zeit.
Ich öffne auf meinem ersten Monitor einen Tab über Einreisebedingungen nach Afghanistan. Frage ihn lieber nicht, ob er es nicht falsch fände, jetzt zu reisen.
Überlege, einen Kommentar unter das Interview zu schreiben: »Alle glücklich, nur die Moral nicht?«, oder so ähnlich.
Frage mich, ob ich mich eigentlich gut oder schlecht fühlen soll: Sitze ich doch hier zu Hause rum – MacBook vor mir, Sofa hinter –, während er Nachwuchstalenten im Kriegsgebiet hilft. Mache ich doch genau das, was man gerade machen darf – und er so gar nicht.

Interview zehn Minuten später beendet (»Hat mich gefreut« – »mich ebenso« – »viel Erfolg bei der weiteren Karriere« – »werd ich haben« – »und Grüße nach Afghanistan«); lässt mich die Frage nicht locker.
Vielleicht hätten wir unseren Leitartikel darauf aufbauen sollen. Ich spreche es bei unserer nächsten Redaktionskonferenz an. Die Meinung der anderen: verhalten, vorerst.
Eine knappe Viertelstunde später kommen wir dennoch in eine philosophische Debatte, die weit tiefer geht, als eigentlich beabsichtigt. Angefangen hat es, glaube ich, damit, dass irgendjemand etwas der Art gesagt hat: »Meine Eltern spenden immer, so kann man helfen, ohne die Gesundheit der Leute zu riskieren.«
Und dann hat irgendjemand anderes geantwortet: »Ja, aber woher weiß man, dass das Geld auch wirklich ankommt? Dass es richtig benutzt wird? Dass die Leute vor Ort nicht genauso schlecht weiterleben? Dass sie sich nicht auch von denen anstecken, die die Spenden übermitteln?«
Dann habe ich gesagt, dass es dafür ja Zertifikate gebe und dass das Profis seien. Aber irgendwie sind wir jetzt trotzdem in so einer Moria-Moral-Diskussion gelandet, auf die ich (erstens) keine Lust habe, weil sie mir immer zu anstrengend ist, und die mir (zweitens) nicht weiterhilft.

Wir beschließen, unsere übernächste Ausgabe dem Thema zu widmen und die Verdienste, die eigentlich in die SV-Kasse gehen, zu spenden. An die Tafeln. Weil man nicht gerne über den Tellerrand schaut.
Ich verstehe zwar nicht ganz, wie wir von der Afghanistan-helfen-Corona-riskieren-Reiseverbot-Problematik zu einer Spendenaktion für lokale Essensausgabe gekommen sind, behalte die Frage aber lieber für mich.
Denke weiter darüber nach: Selbst wenn wir für die Tafeln spenden und annähmen, dass jemand anderes gleichermaßen für Afghanistan spende – helfen die Spenden wirklich weiter? Ich meine, klar helfen sie. Aber helfen sie so sehr, als wenn man selbst hinfahren und ganz direkt helfen würde? Kinder trainieren, die nichts glücklicher machte, als trainiert zu werden?

Ich überlege, selbst noch eine Aktion zu starten; auch nur Spenden, aber immerhin für Afghanistan. Weil ich gern anderen helfe, weil ich mich dann besser fühle. Vielleicht nur aus blankem Egoismus, gehts mir letztendlich doch primär um mein gutes Gefühl, den Social-Media-Post, in dem ich die Spendenaktion bekanntgebe – aber immerhin eine Spendenaktion.
Kurz öffne ich InDesign und lege einen Werbeflyer an: »Helft armen Kindern!«, dann lösche ich ihn wieder. Nicht mal unbedingt, weil es mir der Aufwand nicht wert ist, viel mehr, weil ich es doch irgendwie lächerlich finde. Als ob ich hier, von meinem MacBook und Sofa, die Welt verändern könnte. Klar, ich ärgere mich ja auch über mich selbst, irgendwie. Dass ich es schon scheiße finde, bei Redaktionssitzungen Fenster öffnen zu müssen, während andere sich freuen würden, nur ein einziges offen zu haben.
Aber müsste man nicht doch hinfahren, selbst? Aktiv werden, wirklich? Helfen, ganz direkt? Wie mein Interviewpartner?
Bestimmt, nach der Pandemie.
Wenn man nicht mehr mit dem Leben spielen muss, um Leben zu verbessern.
Wenn der Social-Media-Post nicht nur Nullen, sondern leuchtende Kinderaugen zeigt.

Ich klebe eine Erinnerung auf meinen zweiten Bildschirm.


Von Joscha F. Westerkamp


Das war dem Autor vorgegeben: Die Geschichte soll auf außergewöhnlicher Weise einen Blick auf die Bedeutung von "Glück" in unserer Welt werfen. Was bedeutet es, in Deutschland aufgewachsen zu sein? Wie gehen wir mit unserem Glück um, wie nehmen wir all die Ungleichheiten auf der Welt wahr, bei denen wir fast immer an der besten Position stehen?

Gewitterwarnung für halb zwölf

Ich starre auf deine alten Instagram-Bilder, denke hey, du. Starre auf Bilder einer Zeit, in der du ihn noch nicht hattest, diesen Vollidioten, den du Freund nanntest, oder eigentlich nicht mal das. Denke an dieses Lächeln, diese blonde Frisur, diese Haare, unten kurz, oben lang, ein bisschen Gel und ganz dezente Surferlocken, wie man sie, seine Haare, halt so heute trägt. Dazu Jako-Jogginghose und Adidas-Sneaker, irgendein No-Name-Hoodie und ne Trainingsjacke mit Vereinsprint.
Denke nicht einmal an dich, denke an ihn. Ein halbes Jahr jünger als du, ganz wie ich. In derselben Klasse wie du, wie ich, wie wir alle. Diesen Typen, für den du Jahre gewartet hast, dir Zeit gelassen, als alle deine Freundinnen schon einen hatten, einen Freund, und dann er. Warum er? Ich denke an ihn, Enttäuschung über dich und Enttäuschung über mich und Enttäuschung über diese scheiß verfickte Welt.
Wäre er doch wenigstens nicht so furchtbar sympathisch. Ja, ich mag ihn doch sogar selbst, irgendwie, freu mich selbst, wenn er mit mir spricht, wenn ich mit ihm Worte wechsle. Worte, Worte über egal was, am liebsten über dich, nur nicht zu auffällig; denn ich mag es, wenn er mir Fragen beantwortet über dich, na klar, ich mag ja dich, drum mag ich die Fragen auch, und er kennt ja die Antworten, weil, na ja, weil halt.
Ich scanne ihn ab von oben bis unten, von links nach rechts und wieder von oben nach unten; immer wieder, zum hundertzweiundsiebzigsten Mal, und denke dabei an dich. Als du ihn noch nicht hattest, diesen ja eigentlich ganz netten Vollidioten. Dass er nett ist, das ärgert mich. Warum kann er nicht scheiße sein? So ein richtiger Vollidiot? Ich meine, so einer, den nicht nur ich so nenne, sondern der rein objektiv einer ist, ja, einer, der, wäre er nicht so furchtbar dumm, von sich selbst behaupten würde, einer zu sein, ein Vollidiot.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass er dich nicht glücklich macht. Das macht dann mich glücklich. Keine Ahnung, warum. Und eigentlich, ja, eigentlich so richtig Freund nennen hören habe ich dich ihn ja noch nie. Vielleicht ist es noch gar nicht so weit, oder es ist gar schon zu weit, nach fest kommt schließlich offen, und dann könnte ich ja rein – oder ich bilde mir all das einfach ein, damit es mir besser geht.
Ihr seid glücklich zusammen, aus. Pärchen. Freund und Freundin. Do u will? Yes, I will. Und ich auch.
Aber Freund nennen hören habe ich dich ihn nie.
Ich weiß nicht, was ihr zusammen macht, was du mit ihm machst, was er mit dir macht, weiß nicht, wie fest eure Beziehung schon ist. Ob ihr schon, na, also, ob du schon, er also auch, er also auch fest war. Ich weiß es nicht, will es auch lieber nicht wissen – und doch unbedingt so dringend wie nichts sonst. Ist ja klar. Das ist ja immer so, in jeder Liebesgeschichte. Das ist ja noch das schlimmste. Dass rein objektiv das alles, was ich hier schreibe, so ein unfassbar abgedroschenes Klischee ist.
Die Leute haben recht, sie haben schließlich immer recht. Er ist perfekt für dich. Das sagen sie und das sage ich mir immer wieder, und glaube es auch noch. Das mit euch, das freut mich.
Aber – was mache ich mir hier eigentlich vor. Fuck it, ey. Aber bitte nicht sie.

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Ich sitze mit Socken am Klavier, spiele vor mich hin, nichts Großes, nur ein bisschen Chopin und ein wenig Grieg. Versuche dabei an dich zu denken, dich, und nicht an ihn, doch es gelingt mir nicht, denn immer wieder ist er da, und das will ich nicht.
Sitze in Adiletten am Cello und spiele Fauré; erst langsam, dann schneller, dann laut, dann nicht mehr schön. Spiele schiefe Töne, kratsche, choppe, spiele gegen den Ton, immerzu gegen der Strich. Weil ich es nicht kann; oder weil ich es nicht will. Ich weiß es nicht.
Lese Kleist, lese Kling, lese von Uslar in der Zeit. Lese sie alle und denke dabei ausnahmsweise nicht an dich. Zum Glück. Dann vibriert mein Handy, viel zu oft, viel zu laut, viel zu störend. Hole es aus meiner Tasche: Unwetterwarnung, Gewitter um halb zwölf. Schließe die App, stelle das Handy wieder aus, hole es dann doch wieder hervor, nur ganz kurz, nur eben Insta checken, und da bist du.
Versinke wieder in Gedanken, bleibe in ihnen gefangen. Es ist nicht diese Medien-Bubble, von der alle reden. Es ist deine Bubble. Ich tippe auf dein Bild, gucke, wer da ist, ob du ihn markiert hast, wie sie es alle tun, auf ihrer linken Brust, da wo das Herz sitzt, oder auf den Lippen, oder, das ist mir ja immer am liebsten, zwischen den Beinen.
Aber du hast deine Schwester markiert.
Ich weiß gar nichts mehr. Traue mich nicht, mit dir zu schreiben, aus Anstand, vor ihm; weiß dabei nicht mal sicher, ob es ihn noch gibt, es ihn jemals sicher gegeben hat. So gerne würde ich mit dir schreiben.
Beginne an die wenigen Momente zurückzudenken, die wir zusammen hatten in der letzten Zeit. Nicht viele, aber ich fand sie schön. Ich habe Witze erzählt, du hast gelacht, zumindest hier und da. Sehe uns noch vor mir, nebeneinander, Physikraum, viertel vor eins, Fenster abgedunkelt, vorne Laserexperiment, hinten wir. Aber so romantisch war es dann auch wieder nicht.
Habe dich nie übermäßig viel gesehen, hatte nie außerordentlich viel mit dir zu tun, und doch kennen wir uns schon so lang. Waren immer Freunde, so würde ich es nennen, was es für dich ist, keine Ahnung. Dann wurde es anders, für mich, für dich, für alle. Wir wurden älter, gemeinsam. In der Pause war ich bei meinen Freunden, zumindest wenn ich mal kurz welche hatte, du warst bei deinen, immerzu. Manchmal hast du mich dazusetzen lassen, zu deinen, wenn ich grad keine hatte, Freunde. Aber so richtig war das dann auch nicht, was ich wollte.
Ich habe mich nie getraut, etwas zu sagen, dir etwas zu sagen, Freunden zu sagen, was ich über dich denke; überhaupt was dazu sagen. Wenn man mich erwischte, wurde ich rot, wenn du mich erwischtest, blieb ich stumm, wenn du mich gemein fandest, tats mir leid; zumindest jetzt. Wenn ich dich sehe, in deinem weißen Shirt mit Vögeln drauf, deinen blauen Boyfriend-Jeans und deiner süßen Winterjacke, ja, dann –.

Wüsste ich doch wenigstens, was da zwischen euch ist, ob da etwas ist; wenn ja, wie viel. Ich hab kein Recht, es zu wissen, und doch quält sie mich, diese Unwissenheit, quält mich, ins Unendliche. Ich will sie nicht verpassen, die nicht existente Chance.

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Ich beobachte sie, das Mädchen da an der Ecke; gut in der Schule, freundlich, blond, nettes Lächeln, ein bisschen wie du. Eine Freundin von dir, das hast du mir erzählt; ein Freund von mir, der steht auf sie, hat er mir gesagt.
Ich sehe ihn neben ihr, ihn, deinen Jungen, wie er vor kurzem noch neben dir stand. Er war dein erster. Vermutlich dein Freund. Ist ja jetzt egal.
Ich sehe sie reden, ihn und sie, jeden Morgen. Sehe, wie sie zu seinen Freunden kommt, sich in den Kreis gesellt, in dem du sonst standest. Ich frag mich, was es mit dir macht.
Ich weiß nicht, was ich denken soll; über die letzten Monate habe ich sie wie verzweifelt gesucht, die Gewissheit darüber, was mit euch ist – und jetzt stehe ich trotzdem nicht neben dir.
Ich gehe zu dir, sage hey, du. Zeit ist es her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben. Siehst umwerfend aus. Sage ich natürlich nicht. Und dann seh ich ihn, deinen Ex, Ex was auch immer, wie er sie küsst, und seh dich, wie du mit deinen Freundinnen sprichst, nicht mehr mit ihm, nicht mehr mit seinen Freunden, sondern mit deinen, und freue mich. Da ist Hoffnung.


Ich hole meine besten Shirts aus dem Schrank, überlege, was mir am meisten steht, was am besten ankommt; ankommt bei dir, auch wenn du mich nur ein paar Minuten siehst, wenn überhaupt. Mache Situps, jeden Abend, wenn ich Zeit hab, nehme Hanteln, die ich schon vor Jahren gekauft hab. Kann meinen linken Arm kaum noch ausstrecken, so übertrieben habe ich es, das Hantelheben; aber egal, es ist für dich.
Ich seh sie doch, all die andern Typen um dich herum, bemerke doch, dass sie alle auf dich stehen, frage mich, ob du es auch siehst und denke, wie perfekt sie doch alle zu dir passen. Wie gut zu dir und vor allem wie viel besser als ich. Dass du doch einen von ihnen verdient hättest, viel mehr als mich, und ich bin mir sicher, dass ich recht habe. Und die Hoffnung stirbt.

Ich beginne zu schreiben. Aus Verzweiflung, aus minimaler Hoffnung, dass du es doch noch liest; weil ich an nichts anderes, an niemand anderen mehr denken kann. Alles ist ja einfacher im Text, alles möglich. Schluss machen über WhatsApp soll auch einfacher sein – hab ich gelesen.
Ich will mit dir schreiben, nicht bloß über dich, unbedingt. Gern schrieb ich ein schönes Ende, voller Fantasie, über dich, für uns beide – doch gelingts mir nicht. Weil ich es dir nicht antun kann, so zu enden, mit mir.
Dich zu haben, das wär wie ein Sieg im Lotto und noch viel mehr; Liebe kann man bekanntlich für kein Geld auf dieser Welt kaufen. Aber wer gewinnt schon im Lotto.

Wenig später seh dich mit irgendeinem dieser coolen Fußballertypen, Sportler, Mädelshelden und Vollidioten. Mit einem dieser Typen im Club, die gerne tanzen, genau wie du,  die gerne trinken, nicht wie ich, dann draußen eine rauchen und dir den anderen Arm um die Schultern legen. Und ich – steh daneben und trink nichts als Luft.

Ganz ehrlich: Fickt euch doch alle.
Am Ende gewinnen doch eh immer die Arschlöcher.


Von Joscha F. Westerkamp


Das war dem Autor vorgegeben: Es sollte eine besondere Liebesgeschichte werden, die viele persönliche Details beinhaltet. Darunter vorgeben war nicht nur die reale Geschichte des Ich-Erzählers und seine echten Gefühle zu ihr, sondern auch alle weiteren wahren Umstände, wie etwa die Ungewissheit darüber, ob zwischen ihr und diesem "Vollidioten" jemals eine richtig echte Beziehung herrschte.

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